Michael Spindelegger ist vom Kahlenberg gestiegen mit zehn Geboten in seinen Händen.
So eine Art Moses reloaded. Falls die Schwarzmänner und Frauen diese Regeln beachten, sollten sie bald wieder reingewaschen sein von ihren Sünden.
1. Du sollst an die ÖVP, die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung glauben und im Idealfall bei allen drei Organisationen zahlendes Mitglied sein.
2. Du sollst dich von Subjekten, auch wenn diese einst für prall gefüllte Parteikassen sorgten, fernhalten, sobald diese medial negativ auffallen.
3. Du sollst, versucht man dir Malversationen nachzuweisen, stets und unermüdlich leugnen. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein, und wenn man fest daran glaubt, dann ist es auch so.
4. Du sollst bei der Beschaffung von Geld oder Sachleistungen aus staatsnahen Unternehmen so vorgehen, dass man dir später nichts beweisen kann.
5. Du sollst dich nicht erwischen lassen – wobei auch immer.
6. Du sollst vergessen. Je mehr desto besser.
7. Du sollst dich schützend vor deine Parteifreunde stellen, denn sie sind alle unschuldig.
8. Du sollst, falls es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, nicht die Nerven verlieren. Das Recht ist auf deiner Seite, weil das Justizministerium uns gehört.
9. Du sollst den politischen Gegner beschuldigen noch mehr Dreck am Stecken zu haben, als er von dir behauptet.
10. Du sollst – vor allem in Wahlkampfzeiten – jeden Sonntag in die Kirche gehen, auf dass viele WählerInnen sehen, welch guter Mensch du bist.
So, das war`s. Vier lange Jahre habe ich mich täglich aufgeregt, stieg mein Blutdruck manchmal in bedenklichen Grenzbereich und hätte ich Haare auf meinem Kopf, wären sie mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgegangen. Aber jetzt ist Schluss damit. Dies ist mein letzter Blogbeitrag.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich meiner Lesergemeinschaft danken, dass sie mir über eine Strecke von weit mehr als 1200 Mentalrülpsern die Treue gehalten haben. Es war eine schöne Zeit, gehabt euch wohl.

Kommentar schreiben