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Archiv der Einträge: Maerz, 2012
  • Liebe Freunde und solche, die es noch werden wollen!

    Es war mir schon klar, dass meine geistigen Absonderungen von einigen Menschen gelesen werden. Ehrlich gesagt war das auch Sinn der Übung. Überrascht haben mich dann doch die vielen Danksagungen. Beinahe wie bei einer Beerdigung. Nur mit dem Unterschied, dass man eine Leiche nicht mehr zum Weitermachen auffordert, was aber im konkreten Fall geschah. Ganz ehrlich – das schmeichelt schon ein wenig und tut ja sooooooo gut!

    Mit dem Schreiben ist es halt so, wie mit anderen Rauschgiften auch. Der Entzug ist mörderisch. Meine Finger zittern, die Gehirnwindungen schwitzen. Oder ist es umgekehrt? Keine Ahnung, ändert aber nichts am Gesamtzustand. Also habe ich einen Entschluss gefasst.

    Nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität. Also werde ich einmal pro Woche, am Sonntag einen Gedaunknsplitta veröffentlichen. Ich hoffe dadurch unser aller Entzugserscheinungen bannen zu können und freue mich schon jetzt über viele Kommentare. So richtig los geht`s am 1. April – kein Scherz.

  • Die zehn Gebote 2.0

    Michael Spindelegger ist vom Kahlenberg gestiegen mit zehn Geboten in seinen Händen.
    So eine Art Moses reloaded. Falls die Schwarzmänner und Frauen diese Regeln beachten, sollten sie bald wieder reingewaschen sein von ihren Sünden.

    1. Du sollst an die ÖVP, die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung glauben und im Idealfall bei allen drei Organisationen zahlendes Mitglied sein.
    2. Du sollst dich von Subjekten, auch wenn diese einst für prall gefüllte Parteikassen sorgten, fernhalten, sobald diese medial negativ auffallen.
    3. Du sollst, versucht man dir Malversationen nachzuweisen, stets und unermüdlich leugnen. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein, und wenn man fest daran glaubt, dann ist es auch so.
    4. Du sollst bei der Beschaffung von Geld oder Sachleistungen aus staatsnahen Unternehmen so vorgehen, dass man dir später nichts beweisen kann.
    5. Du sollst dich nicht erwischen lassen – wobei auch immer.
    6. Du sollst vergessen. Je mehr desto besser.
    7. Du sollst dich schützend vor deine Parteifreunde stellen, denn sie sind alle unschuldig.
    8. Du sollst, falls es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, nicht die Nerven verlieren. Das Recht ist auf deiner Seite, weil das Justizministerium uns gehört.
    9. Du sollst den politischen Gegner beschuldigen noch mehr Dreck am Stecken zu haben, als er von dir behauptet.
    10. Du sollst – vor allem in Wahlkampfzeiten – jeden Sonntag in die Kirche gehen, auf dass viele WählerInnen sehen, welch guter Mensch du bist.

    So, das war`s. Vier lange Jahre habe ich mich täglich aufgeregt, stieg mein Blutdruck manchmal in bedenklichen Grenzbereich und hätte ich Haare auf meinem Kopf, wären sie mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgegangen. Aber jetzt ist Schluss damit. Dies ist mein letzter Blogbeitrag.

    Bei dieser Gelegenheit möchte ich meiner Lesergemeinschaft danken, dass sie mir über eine Strecke von weit mehr als 1200 Mentalrülpsern die Treue gehalten haben. Es war eine schöne Zeit, gehabt euch wohl.

  • Hakl die Ahnungslose

    Karin Hakl führte bis vor wenigen Tagen außerhalb Tirols eher ein Mauerblümchendasein. Das änderte sich schlagartig als publik wurde, dass ihr Nationalratswahlkampf 2008 von Peter Hocheggers Firma Valora mit 20.000 Euro unterstützt wurde. Im Interview wies Hakl in bewährter VP-Manier sämtliche Vorwürfe von sich. Sie war Spitzenkandidatin und um den schnöden Mammon hat sie sich nicht gekümmert.

    Das ist ja das Eigenartige, und zwar bei jeder in Korruptionsvorwürfe verwickelten Partei. Kein Schwein hat sich je um die Finanzen gekümmert. Das Geld war halt plötzlich da. Das nahm man mehr oder wenig überrascht – abhängig von der Höhe des Betrages – zur Kenntnis, dankte klammheimlich dem Christkind oder dem Osterhasen (saisonabhängig) für die Spende und das war es auch schon.

    Hakl hat das Pech, dass Spindelegger, der die ÖVP zurzeit in einer schwierigen Phase sieht, krampfhaft versucht, ein Saubermann-Image aufzubauen. Man kann jetzt schon Wetten abschließen, wann sie zurückgetreten wird.

  • Lustiges

    Es ist Sonntag und diesen sollte man sich nicht durch unangenehme Nachrichten und ebensolche Kommentare verderben lassen. Aus diesem Grund gibt es heute etwas Lustiges. Originalzitate der Untersuchungsausschussgalgenvögel. Die kleine Sammlung zeigt auch sehr eindrucksvoll, wie sinnfrei das parlamentarische Kasperltheater ist.

    „Ich habe dort meine Leistung erbracht, und zwar im Bereich strategischer Kommunikation“. Walter Meischberger versucht strategisch die Kurve zu kriegen.
    „Es gibt keine Rechnung, der nicht eine Leistung zugrunde liegt, die nicht meinen Auftraggeber zufriedengestellt hat“, beteuert derselbe.
    „Der Großteil meiner Leistung war mein Wissen.“ Meischberger leistet sich, den Ausschuss nach bestem Wissen und Gewissen zu verarschen.

    „Ich habe nie einem Politiker, einer politischen Partei eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen, Sponsoring, Bestechung oder was auch immer gemacht. Ich habe nur Wirtschaftsaktionen getätigt.“ Mensdorff-Pulli stellte soeben ein neues Synonym für Wirtschaftsverbrechen vor.

    „Der Vertrag wurde mündlich abgeschlossen, sämtliche Leistungen wurden ebenfalls mündlich erbracht. Schriftliche Leistungsnachweise habe ich nicht gelegt.“ Ein Mann, ein Wort, ein 72.000 Euro Auftrag. Mathias Reichholds Versuch einer Rechtfertigung.

    „Schriftliche Unterlagen zu den Gesprächen habe ich keine mehr. Diese sind verschwunden gewesen, nachdem die österreichische Polizei meinen Laptop sichergestellt hatte.“ Ernst Strasser hätte liebend gerne Auskunft erteilt, aber leider hat ihm die böse Polizei einen Strich durch die Rechnung oder so ähnlich gemacht.

    Abschließend sei noch erwähnt, dass in China derartige Subjekte längst als Organspender verendet wären. Andererseits, wer will schon die Leber vom Mensdorff-Pulli?

  • Erfolgreich gescheitert

    Endlich ist er fertiggestellt, der Skylink am Flughafen Wien-Schwechat. Groß war die Aufregung, als die Kosten für das Prestigeprojekt explodierten. Keiner hat es vorhergesehen, alle waren überrascht. Statt 400 Millionen sollte das Monster nun knapp 800 Millionen verschlingen. Darf das überhaupt sein?

    Vorstände wurden gefeuert aber leider nicht hingerichtet, Hausdurchsuchungen fanden statt und rausgekommen ist – genau nichts. Es war Schicksal. Gottgewollt. Bereits eine alte Wiener Weisheit besagt: „Waunn da Herrgott net wü, nutzt des gor nix.“

    Wohl gesonnen war der Herrgott offensichtlich den Ex-Vorständen des Flughafens, Gerhard Schmid und Ernest Gabmann. Wenn die Baukosten 780 Millionen nicht überschreiten, so bekommen die Herren für die Jahre 2009 bis 2011 Boni. Macht in Summe 254.000 Euro pro Nase. Der Ex-Flughafen-Chef Herbert Kaufmann bekommt keinen Skylink-Bonus, hat aber dafür einen zweijährigen Konsulentenvertrag über insgesamt 360.000 Euro.

    Wir fassen zusammen. Die oben genannten Herren haben ein Projekt zu verantworten, dessen Kosten sich beinahe verdoppelt haben. Und für dieses erfolgreiche Scheitern bekommen sie nun großzügige Prämien.

    Wie reagieren darauf die beiden Hauptaktionäre, Gemeinde Wien und Land Niederösterreich? Gar nicht. Da sowohl Häupls Haberer, als auch Prölls Knechte in den Bauskandal involviert sind, halten sich die beiden Landesfürsten vornehm zurück. Irgendwann wird ja Gras über die Sache wachsen und die depperten Steuerzahler den Fall wieder vergessen.

  • Der Wirtschaftsaktionist

    Na, jetzt hat er endlich ausgesagt vor dem Untersuchungsausschuss, der Häfn-Graf. Freilich, gesprächig war Mensdorff-Pfui nicht gerade. Etwas einsilbig, der einfache Bauer und Jäger.

    Was zum Teufel haben die Ausschüssler erwartet? Dass Mensdorff eine Liste der korrumpierten Politiker vorlegt? Ganz im Gegenteil er beteuerte, nie einen Politiker bestochen zu haben. Wahrscheinlich meinte er erstochen und das stimmt vielleicht sogar. Was er gemacht habe, waren Wirtschaftsaktionen. Das hat er tatsächlich so gesagt.

    Was schließen wir daraus? Mensdorff-Pfui ist ein Wirtschaftsaktionist. Eine nicht unoriginelle Umschreibung von Korruption.

  • Verhaltenskodex der Moralapostel

    Bei der ÖVP ist Feuer am Dach. Nachdem in der jüngeren Vergangenheit der Eindruck entstanden ist, bei den Schwarzen gibt es ausschließlich solche Schafe, bemüht sich der Oberschäfer Michael Spindelegger um Schadensbegrenzung. Soweit man halt bei einem politischen Supergau etwas begrenzen kann.

    Spindelegger möchte einen Verhaltenskodex für seine Leute herausgeben, weil er als ÖVP-Obmann eine saubere Partei führen möchte. Es müsse festgeschrieben werden, was kann ich tun, und was nicht. Zuwendungen von Unternehmen an Parteien will der ÖVP-Chef dabei jedoch nicht ausschließen. Es müsse nur klargestellt sein, dass es für die Leistung auch eine Gegenleistung geben werde.

    Dabei ist die Formulierung „was kann ich“ nicht uninteressant. Spindi hätte auch sagen können „was darf ich und was darf ich nicht“, aber da hätte er sich vielleicht auf zu dünnes Eis begeben. Parteiintern sieht man die Angelegenheit eher gelassen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner meinte, ihr sei jede Maßnahme recht, die dazu beitrage, dass die Menschen wieder mehr Vertrauen in die Politik bekämen. Das war etwas unvorsichtig von der Polizeidomina. So mancher Bürger versteht unter einer vertrauensbildenden Maßnahme eine zusätzliche Körperöffnung zwischen den Augen so mancher VolksvertreterInnen.

    Bei den Roten sieht man keinen Handlungsbedarf. Infrastrukturministerin Doris Bures: „Man weiß, was geht und was nicht.“ Die Frau hat offensichtlich Korruptionserfahrung. Gesundheitsminister Alois Stöger meinte: „Die Sozialdemokratie in Österreich hat immer Moral bewiesen.“ Genau! Moral wie Karl Blecha und seine Verurteilung wegen Beweismittelfälschung im Noricum Fall des Udo Proksch. Oder Bautenminister Karl Sekanina, der sich ganz unbürokratisch an der Gewerkschaftskasse bediente, um seinen privaten Finanzbedarf zu decken. Oder Finanzminister Hannes Androsch, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Ja, wenn die Rotkäppchen über Moral sprechen, wissen sie, wovon sie reden.

    Die Regierung ist unfähig ordentliche Antikorruptionsgesetze zu beschließen, welche derartige Fehltritte unter Strafe stellt und dann soll so ein wischi waschi Kodex die Nadelstreifmafiosi daran hindern, das Geld einzusacken? Das glaubt der Spindelegger doch selbst nicht.

  • Kampf den Schulschwänzern

    Begonnen hat die Debatte der immergeile Sebastian Kurz. In einem Anfall spiritueller Erleuchtung wollte er per Gesetz Schulschwänzer oder vielmehr deren Eltern mit Geldstrafen zupflastern. Dabei war er noch human. Er hätte ja auch die Todesstrafe fordern können.

    Claudia Schmied, nicht gerade Erfolg verwöhnte Unterrichtsministerin, hat jetzt die optimale Lösung für oder gegen schulunwillige Kinder. Ein Schulschwänz-Beauftragter muss her. Dieser Schulschwänzerschreck wird unermüdlich durch die Wiener Parks und Kaffeehäuser ziehen, um die Bildungsdeserteure gnadenlos aufzuspüren. Danach wird er sie persönlich in die Schule bringen oder in die Donau werfen. Das ist von Fall zu Fall individuell zu entscheiden.

    Natürlich braucht der Schülerjäger auch einen Stellvertreter, Sekretär und Pressesprecher. Von jeder in der Regierung vertretenen Partei und in allen neun Bundesländern. Und da soll noch jemand sagen, die Regierung schafft keine Arbeitsplätze.

  • Miese Quote

    Beim Bau der chinesischen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Shanghai und Peking wurde Geld veruntreut. Bei einem Projektvolumen von 217,6 Milliarden Yuan wurden 419 Millionen Yuan abgezweigt.

    Das sind 0,19 Prozent! Was ist das für eine miese Quote. Also in Bezug auf Korruption, Veruntreuung und Geldverschiebung können die Chinesen aber noch eine Menge von uns lernen. Hier ist scheinbar dringender Handlungsbedarf gegeben. Unsere Spezialistencombo, KHG und die Buberlpartie, sollten eine Fernosttournee machen, um die Ahnungslosen in die hohe Kunst der Kapitalverschiebung einzuweihen.

  • Saubere Sache

    Werner Amon holt nun zum Gegenschlag aus und will der Staatsanwaltschaft seinen Fall entziehen. Eh klar. Beinahe alle verurteilten Verbrecher meinen, dass sie unschuldig sind - siehe Elsner. Wie toll wäre es, wenn sie der Staatsanwaltschaft vorschreiben könnten, nach welchen Paragraphen sie ermitteln darf. In welchem Paralleluniversum lebt eigentlich Amon?

    Indes ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Ex-Vizekanzler, dem es reichte, da er das Glücksspiel nicht allein Fortuna überlassen wollte und per Gesetz steuernd eingriff. Was man natürlich vonseiten der Zockerindustrie zu honorieren wusste. Willi Molterer ist zu keiner Stellungnahme bereit - das ist vielleicht auch besser so. Wahrscheinlich ist er damit beschäftigt, gemeinsam mit Strasser und Amon der Verein „Opfer der Politjustiz“ zu gründen.

    Beim Landesparteitag der VP in Vorarlberg meinte Spindelegger, dass die Volkspartei sauber sei. Wenn es in der ÖVP schwarze Schafe gibt, werde man diese identifizieren. Umgekehrt wäre es einfacher. Wer in der ÖVP ist nicht in Korruption verstrickt. Aber daran können die Schwarzen ja gar kein Interesse haben, da sie die Partei mangels Politiker auflösen müssten.

    Und der steirische ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer verriet uns: „Ich bleibe dabei: Ministerin Beatrix Karl ist die Perle des steirischen Politikexportes.“ Na ja, dann wird es endlich Zeit, dass wir die Perle vor die Säue werfen.

  • Freiheit-Paket 2008

    Beginnen wir den Tag mit einer Quizfrage: Was ist der Unterschied zwischen einem Fisch und der ÖVP. Antwort: Keiner. Beide beginnen am Kopf zu stinken.

    Karlheinz Kopf, der VP-Stinkerich bezeichnete ja die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Werner Amon als eine Schweinerei und Politjustiz. Das war vor wenigen Tagen. Nun scheint die Staatsanwaltschaft drauf und dran zu sein, eine weitere Leiche in Amons Keller auszugraben.

    In einem Schreiben vom Dezember 2007 bietet der ÖAAB der Telekom ein „Freiheit-Paket 2008“ für läppische € 25.000 an. Unterzeichnet wurde das Sonderangebot von Werner Amon und Fritz Neugebauer. Etwaige Gegenleistungen wie Inserate oder PR-Artikel in der ÖAAB-Zeitschrift „Freiheit“ wurden allerdings nicht definiert. Wozu auf, es waren sicher keine vorgesehen. Es ist das gleiche Muster, wie ein Jahr zuvor der Druckkostenbeitrag von € 10.000, der kein solcher war.

    Witzig in diesem Zusammenhang ist die Wortkreation „Freiheit-Paket“. Das hat so etwas Positives. Im Gegensatz zu Sparpaket oder Budgetkonsolidierungspaket. Vielleicht sollte der Bundespräsident seine jährliche Häfnamnestie zu Weihnachten umbenennen in Freiheitpaket.

    Und die Justiz sollte endlich ein Vollzugspackerl an die Korruptionsgalgenvögel absenden. Aber express.

  • Verständnislos

    Warum regen wir uns immer noch auf über einen Strasser Ernstl, der grenzdebil dauergrinsend gesteht, dass er nichts gesteht, aber ein Verbrechensregister sein eigen nennt, das ihn locker für die nächsten zehn Jahre in staatliche Obhut befördern könnte. Oder Grasser, Meischberger, Hochegger, Mensdorff-Pfui und wie sie alle heißen. Was sich da bei uns momentan auftut, ist ein Lercherlschas. Nicht mehr. Zugegeben, geruchsmäßig ist der Furz nicht zu unterschätzen, aber das war`s auch schon.

    Wenn es um Korruption, Postenschacher und mafiöse Gesetzgebung geht, können wir von Brüssel noch einiges lernen. Die EU-Führung ist in diesen Belangen bestens geschult.

    Irin Mella Frewen hat eine nicht uninteressante berufliche Vergangenheit. Einst war ihr Brötchengeber der US-Saatgutkonzern Monsanto. Danach war sie Chef-Lobbyistin der europäischen Lebensmittelindustrie. Nun ja, das allein wäre noch nicht wirklich verwerflich. Obwohl, für Monsanto zu arbeiten, hat schon einen etwas bitteren Beigeschmack. Der Hammer ist aber, dass die EU-Kommission Frewen vorgeschlagen hat, in den Verwaltungsrat der Lebensmittelagentur EFSA einzuziehen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine der größten Lobbyistinnen für gentechnische Veränderung an Lebensmittel arbeitet für die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.

    Gag am Rande. In der EU-Kommission hat man kein Verständnis für Kritik an dieser Personalentscheidung. So, und jetzt: Besitzer einer Kalaschnikow vortreten. Ihr seid gefordert!

  • Warum

    Was zurzeit aus dem Untersuchungsausschuss an die Öffentlichkeit dringt, spottet jeder Beschreibung. Der ehemalige Innenminister Ernst Strasser bekam Geld – und zwar viel Geld – für nicht nachvollziehbare Leistung, verwehrt sich aber gegen den Vorwurf, Scheinrechnungen gestellt zu haben. Ja, natürlich waren die Leistungen belegbar. Die Dokumente befanden sich aber leider auf einem Notebook, das die Polizei beschlagnahmte und als er das Ding wieder zurück bekam, waren die Daten unbrauchbar. Das ist natürlich Pech. Wahrscheinlich machte das Notebook beim Verhör einen Fluchtversuch und wurde vom Kieberer mit ein paar Kugeln zur Strecke gebracht.

    Mathias Reichhold. Wer erinnert sich noch an Mathias Reichhold? Das ist jener blaubraune Bruder, der Ferdinand Raimunds Märchen „Der Bauer als Millionär“ lebte. Vom Bauer zum Infrastrukturminister zum ASFINAG-Vorstand zum Bauer. Und auf den Zwischenstationen hat er kräftig kassiert.

    Im U-Ausschuss wurde Reichhold nach seinem Beratervertrag mit der Telekom gefragt und der Leistung, die immerhin mit 72.000 Euro honoriert wurde. Der Vertrag sei mündlich abgeschlossen worden, und sämtliche Leistungen seien mündlich erbracht worden. Er habe seine Leistungen zwar aufgezeichnet, diese Dokumente könne er aber nicht mehr finden.

    Interessant ist zu beobachten, dass die Qualität der Korruption im Laufe der Jahrzehnte extrem zugenommen hat. Geber und Nehmer sind maß- und hemmungslos geworden. Die Qualität der Ausreden und Lügen verhalten sich dafür umgekehrt proportional zur Korruption. Das bedeutet, die Leute kassieren zwar wie blöd, sind aber zu faul und / oder zu dämlich für eine schöne Rechtfertigungslüge. Man denke an den AKH-Skandal oder die Malversationen des Hannes Androsch. Da tauchten Wahlonkel und Erbtanten auf, wo man sie auf keinen Fall vermutet hätte. Lügengebäude wurden konstruiert, die glatt den Pulitzer-Preis verdient hätten.

    Und heute? Vertrag und Leistung wurden mündlich erbracht. Für 72.000 Euro? Reichhold ist nicht nur phantasielos sondern auch noch saudumm. Strassers Computerdaten wurden von der Polizei ruiniert. Geht`s noch ein bisschen blöder?

    Warum, so frage ich, hört man da noch nicht das liebliche Geräusch einer repetierenden Pumpgun?

  • Schwärzer als schwarz

    Werner Amon ist ÖVP-Fraktionsführer im Korruptionsuntersuchungsausschuss und hat jetzt ein klitzekleines Zusatzproblem. Bisher bestand sein Hauptaufgabengebiet darin, die Korruptionsgeschichten möglichst weit von der Volkspartei wegzureden. Das war und ist nicht immer leicht und erfordert ebensoviel Phantasie wie rhetorische Spitzfindigkeit.

    Seit dieser Woche führt die Korruptionsstaatsanwaltschaft Amon als Beschuldigten und hat die Aufhebung seiner Immunität gefordert. Konkret geht es um eine Telekom Zahlung von 10.000 Euro zur Begleichung einer Scheinrechnung über Hocheggers Firma Valora an den ÖAAB. Und just zu diesem Zeitpunkt war Amon ÖAAB-Boss.

    Jetzt ist auch klar, warum gerade er schwarzer Fraktionsführer im U-Ausschuss wurde. Bei voller Akteneinsicht kann man den Lauf der Dinge gut einschätzen und die Verteidigungs- und Vertuschungsstrategie optimieren.

    Während Peter Pilz einen sofortigen Ausschussausschluss für Amon fordert, aufs Teeren und Federn verzichtet er großzügig, ortet Karlheinz Kopf in einem Anfall akuter Paranoia eine Verschwörung der Staatsanwaltschaft in Kooperation mit den Grünen gegen die Leistungsträger der ÖVP.

    Warum sollte jemand versuchen, die Schwarzen noch anzuschwärzen. Das ist doch sinnlos. Noch schwärzer geht`s ja nicht mehr.

  • Geld stinkt nicht

    War das vielleicht ein Wirbel, als die Hofburg Betriebsgesellschaft öffentlich kundtat, dass der rechtsextreme WKR-Ball nicht mehr in der Hofburg stattfinden wird. Strache sah sich und die Seinen als die neuen Juden und wollte sich in den Wirren dieser Identitätskrise beinahe um den Vorsitz der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien bewerben.

    Aber wie heißt es so schön? Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch. Und so fand man bald einen Ausweg. Der Name wurde flugs geändert. Wie Phönix aus der Asche erhob sich der Wiener Akademikerball, bei dem die Bundes-FPÖ als Veranstalter aufscheint. Na ja, wenn das so ist, dachte man sich im roten Rathaus, ist das ja etwas ganz anderes. Wiener Akademiker, also die Gstudierten sollen natürlich schon ihren Spaß haben dürfen. Außerdem wird der Ball ja nicht vom Korpo – Kopulationsring, also den Nazifickern sondern von der FPÖ veranstaltet und das ist eine demokratisch gewählte Partei.

    Geld stinkt eben nicht. Auch wenn es von rechts außen kommt.

  • Der Zorn Gottes

    In der katholischen Kirche ist Feuer am Dach. Ratzinger und seine Jünger – genau genommen sind es eher Greise, umgangssprachlich auch alte Schneebrunzer genannt – sind außer sich. Ihr Weltbild samt heiliger Ordnung droht zu zerbröseln. Lieber Gott, zeig deinen Zorn und schleudere ein paar Blitze auf Tirol, oder lass zumindest einen Schas und ersticke die Aufmüpfigen.

    Was ist geschehen? Hat man den Kuttenträgern im österreichischen Bergland Massenvergewaltigungen an Ministranten nachweisen können? Natürlich nicht. Das wäre auch kein Skandal deswegen geht die Welt auch nicht unter. Das wäre vielleicht ein wenig peinlich. Man hätte diskret die Augen geschlossen und sich eingeredet, dass so etwas gar nicht wahr sein kann, weil es nicht wahr sein darf. So einfach wäre das gewesen.

    Aber das, das ist ein Skandal, fällt unter die Kategorie „delicta graviora“. Da hat doch tatsächlich die Tiroler Kirchenkritikerin Martha Heizer mit fünf anderen Gläubigen im Verborgenen private Eucharistiefeiern zelebriert. So etwas darf natürlich nicht sein. Für die katholische Kirche ist das Imitieren einer Eucharistiefeier ohne Priester ein schweres Vergehen. Vielleicht kommt es da noch zu Urheberrechtsprozesse. Nur päpstlich autorisierte Kuttenbrunzer dürfen Wein in Wasser verwandeln. In die andere Richtung funktioniert es noch nicht so richtig, obwohl sie sich redlich abmühen.

    Dieser Ungehorsam schreit förmlich nach einer Strafe. Ostern steht vor der Tür. Wie wäre es mit einer Kreuzigung?

  • Neues vom Lobbyisten-Ernstl

    Normalerweise sollte man, wenn man beruflich mit Gesetzen und deren Einhaltung zu schaffen hat – wobei unerheblich ist, ob man dies als Anwalt, Richter, Justiz- oder Innenminister tut – mit besagten Gesetzen nicht in Konflikt geraten. Das vermeidet man oder, wenn es denn doch passiert, vertuscht man halt, so gut es geht. Sonst sieht man nicht nur relativ alt sondern auch ebenso blöd aus.

    Natürlich gibt es Typen, denen ist es – rustikal ausgedrückt – scheißegal oder aber sie sind einfach nur zu dämlich dazu. Zur letzteren Kategorie gehört zweifellos Ernst Strasser. Einst war er Schüssels politischer Ziehsohn und Innenminister. Zu seinen nachhaltigsten Tätigkeiten als Minister zählen wohl die politische Um- und Einfärbung des Polizeiapparats, die absolut chaotische Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei, die Einführung des neuen Blaulichtfunks unter Berücksichtigung größtmöglicher Korruption, hemmungsloser Postenschacher und noch vieles mehr.

    Diese Vielseitigkeit war es wohl, die ihm den Job als EU-Parlamentarier und Delegationsleiter der österreichischen Schwarzen in Brüssel bescherte. Und auch dort blieb er nicht lange untätig. Wie die Sache ausging, ist hinlänglich bekannt. Also erspare ich sie uns. Nun gibt es neue Ermittlungen gegen den Haberer Erwin Prölls. Strasser soll in den Jahren 2007 bis 2009 Beraterhonorare in der Höhe von 560.000 Euro nicht ordnungsgemäß versteuert haben. Uuuups! Das war natürlich keine Absicht. In der Hektik hat der Ernstl das bloß übersehen. Kann ja einmal vorkommen. Ich bin davon überzeugt, dass die Fußpflegerin meines Vertrauens auch nicht jeden Euro Trinkgeld ordnungsgemäß versteuert. Wer führt schon eine Stricherlliste über jeden erhaltenen Nasenrammel? Na eben.

    Strasser ist übrigens stolzer Träger des großen goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich – im Volksmund auch Korruptionistenorden genannt.

  • Belastende Frauen

    Von einem aufmerksamen Leser wurde ich auf die Homepage der Wirtschaftskammer aufmerksam gemacht, wo eindrucksvoll gezeigt wird, wie ernst man dort die Gleichstellung der Frauen nimmt.
    Zum Thema „Gleichbehandlung“ findet sich auf der Homepage der Wirtschaftskammer folgendes Elaborat:

    Belastungen abgewehrt

    Ursprünglich waren die Offenlegung aller Einkommen, Strafen für Unternehmen und Frauenquoten etwa in Aufsichtsräten geplant. Diese kontraproduktiven Belastungen konnten abgewehrt werden. Letztlich traten mit 1.3.2011 nur zwei wesentliche Änderungen in Kraft, die die Einkommenstransparenz erhöhen sollen: In Stelleninseraten sind der kollektivvertragliche Mindestlohn und, falls vorhanden, die Bereitschaft zur kollektivvertraglichen Überzahlung anzugeben. Unternehmen mit mehr als 150 Arbeitnehmern müssen Einkommensanalysen anonymisiert erstellen.

    Wir fassen zusammen:
    ÖVP und Wirtschaftskammer haben gar kein ernsthaftes Interesse, Frauen gleich zu entlohnen und Führungspositionen zu sehen, wie Männer. Solange Frauen wesentlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, machen die Unternehmen mehr Profit und die Herren Vorstandsvorsitzenden können sich gemütlich zurücklehnen und über ihre Erfolgsboni nachdenken.

    Wie die Schwarzmänner über Frauen generell und Quotenfrauen speziell denken, demonstriert folgendes Beispiel eindrucksvoll. Als SP-Nationalrätin Gabriele Binder-Maier im Budget-Unterausschuss fragte, wie viele Frauen im Landwirtschaftsministerium arbeiten, konnte sich VP-Kollege Franz Hörl diesen Satz nicht verkneifen: „Irgendeine Putzfrau wird’s scho gebm.“

    Vielleicht sollte man an diesen chauvinistischen Arschlöchern ein Exempel statuieren und sie kastrieren. Ich weiß, das ist natürlich nicht die Lösung des Problems, aber ein guter Anfang ist es allemal.

  • Politisch korrekt

    Jede Epoche hat ihre Modeerscheinungen, Trends und was weiß ich noch alles. Das ist nicht zwingend schlecht, da sonst das Leben ein langweiliger Einheitsbrei wäre.

    Seit geraumer Zeit durchforsten einige Mitmenschen unsere Sprache nach Menschengruppen verunglimpfenden Begriffen um diese an den Sprachpranger zu stellen und eine Umbenennung zu bewirken. Vom Moor im Hemd über Negerbrot bis zum Zigeunerschnitzel reicht die Palette. Politische Korrektheit wird gefordert.

    Also Moment mal. Das ist wohl ein Widerspruch. Politisch und korrekt sind zwei Begriffe, die nur insofern etwas miteinander zu tun haben, als sie im Widerspruch zueinander stehen. Sei`s drum. Wenn es einen Inuit stört, dass das „Jolly“ von Eskimo ist und ein Roma befürchtet, einen Verwandten vorgesetzt zu bekommen, falls er im Restaurant ein Zigeunerschnitzel ordert, dann ändert die Bezeichnungen halt.

    Aber das ist natürlich nicht ganz einfach. Denn die Hüter der deutschen Sprache und des arischen Volksgutes haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden. FPÖ-Landesparteisekret und Bundesrat Hans-Jörg Jenewein ist über den Vorstoß von SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak verärgert. „Die angeblich beleidigenden Begriffe Zigeunerschnitzel und
    Mohr im Hemd will ausgerechnet ein Mann abschaffen, dessen Nachname klingt wie die
    Beschimpfung eines ganzen Volkes.“ Sein Rat an den hauptberuflichen Gutmenschen: „Um in seinen politisch korrekten, linken, potenziell leider sogar gewalttätigen Kreisen nicht früher oder später unter die Räder zu kommen sollte er raschest seinen Namen ändern – Alexander Mgombo etwa wäre sicher karrierefördernd.“

    Das kann man natürlich nicht einfach so stehen lassen. Er hat schon recht. Die Neonazi verprügelnden linkslinken Schlägertrupps und Rollkommandos der Grünen, auch Glawischnig-Devils genannt, sind landesweit gefürchtet. Das mit der Namensänderung war aber ein Schuss ins eigene Knie. Vielleicht hat Herr Jenewein bereits vergessen oder verdrängt, dass Peter Hojac, einst Parteifreund der großen Blaumeise, seinen Namen ändern ließ, um einen tadellosen arischen und der Karriere nicht im Wege stehenden Stammbaum vorzugaukeln. Egal ob Hojac oder Westenthaler, er ist und bleibt ein strafrechtlich verurteilter – Schlechtmensch muss man hier wohl sagen.

    Zum Schluss noch ein Tipp an Hans-Jörg Jenewein. Wenn er das nächste Mal an Mentalausfluss leidet, so möge er das nicht in der Öffentlichkeit kundtun. Er braucht nichts beweisen. Wir wissen, dass er intellektuell auf dem Niveau des gemeinen Pflastersteins steht.

  • Frauenpower auf österreichisch

    Gestern war internationaler Frauentag. Na Bummm. Genau. Die Polizei feierte dies mit vielen Bummms. Bei einem Einsatz in Wien galt es, eine mit Messern bewaffnete, tobende Frau zu stoppen. Normalerweise sollte ein gezielter Schuss reichen. Der Kieberer widmete ihr gleich ein ganzes Magazin. Anlässlich des Frauentages wahrscheinlich.

    Wieder einmal geisterte die Frauenquote in der Politik durch die Medien. Natürlich sind zu wenig Frauen in der Politik. Aber nicht die Quantität ist entscheidend, sondern die Qualität. Na gut, in dem Fall müssten neunzig Prozent der männlichen Abgeordneten und Regierungsmitglieder sofort aus dem Parlament gejagt werden. Und zwar mit einem nassen Fetzen.

    Riskieren wir einen Blick auf unsere weiblichen Regierungsmitglieder. Auch wenn die Gefahr besteht, dabei zu erblinden. Wen oder was haben wir da.
    Mitzi Fekter
    Als Innenministerin hat sie ihre Unfähigkeit eindrucksvoll und immer wieder bewiesen und als Finanzministerin zeigt sie diesbezügliche Kontinuität.
    Johanna Mikl-Leitner
    Erwin Prölls St. Pöltner Landesdomina zeigt als Innenministerin, dass sie eine mindestens ebenso menschenverachtende und ausländerfeindliche Politik machen kann, wie ihre Vorgängerin.
    Beatrix Karl
    War als Innenministerin ein Flasche und das hat sich auch nicht geändert, nachdem sie ins Justizressort wechselte. Klientel- und Anlassgesetzgebung sind ihre Stärken. Nicht der Bürger muss sich an die Gesetze halten sondern umgekehrt.
    Claudia Schmied
    Einst war sie im Vorstand der Kommunalkredit Bank. Als diese den Bach runter ging, machte sie Fredi Gusenbauer schnell zur Bildungsministerin. Ihre große Bildungsreform bestand darin, die Hauptschulen in Neue Mittelschulen umzubenennen. Wahrscheinlich dachte sie sich, wenn schon keine Mittel für die Schulen da sind, dann nennen wir sie zumindest so. Ein Kompromiss halt.
    Doris Bures
    Ist Infrastrukturministern. Ihre herausragendste Leistung besteht darin, dieses Wort fehlerfrei aussprechen und auch schreiben zu können.
    Gabriele Heinisch-Hosek
    Ist Frauenministerin – und das war`s auch schon.

    Inwieweit haben diese Weiber Frauenpolitik gemacht? Was haben sie für die Frauen erreicht oder verbessert? Das Pensionsalter wird dem der Männer angepasst. Halt! Das ist ja gar keine Verbesserung. Nein, es ist auch keine Gleichstellung, das wollen uns die Dreibeiner in der Regierung bloß einreden. Da die Frauen durch Beruf, Haushalt und Kindererziehung einer Vielfachbelastung ausgesetzt sind, war der frühere Pensionsantritt mehr als gerechtfertigt.

    Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Ja, da gab es einen Meilenstein. Heinisch-Hosek hat da ein Gesetz erlassen, dass Dienstgeber bei Stellenausschreibungen künftig das zu erwartende Gehalt angeben müssen. Super! Jetzt steht in sämtlichen Inseraten das kollektivvertragliche Mindestgehalt. Ach ja, Firmen ab einer bestimmten Beschäftigtenzahl müssen anonymisierte Gehaltslisten auflegen, damit Frauen vergleichen können. Ein größerer Schwachsinn ist ihr, obwohl sie sich redlich bemüht hat, nicht eingefallen.

    Aber, und das ist kein Scherz, ein Riesenschritt in Richtung Gleichbehandlung ist ihnen schon gelungen. Angeführt von Maria Rauch-Kallat, haben sie den Nationalrat samt Regierung überrumpelt, dass sogar Che Guevara vor Neid erblassen würde. Dafür stehen nun in der Bundeshymne die Töchter neben den Söhnen. Gratulation!

  • FPÖ-NG

    Ein neuer, alter Korruptionsvorwurf steht im Raum. Gernot Rumpold soll im Zuge des Eurofighter-Kaufs und nach der Teilmutation der FPÖ zum BZÖ den Freiheitlichen eine Dreiviertelmillion Euro geschenkt haben. Gernot als big Spender. Weil sonst die FPÖ finanziell vor die Hunde (wahrscheinlich vor reinrassige deutsche Schäferhunde) gegangen wäre. Allein dafür gebühren ihm zehn Jahre ohne Verhör.

    Natürlich sieht Rumpold die Sache ganz anders, wenn überhaupt und für die Justiz ist der Fall längst gegessen und verdaut. Und nicht einmal ein Verdauungsschnapserl hat sie gebraucht, die Justiz. Vor dem Staatsanwalt mussten die Rumpolds gar nicht erst aussagen. Begründung: Sie haben ohnehin vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss ausgesagt. Das ist natürlich ein Argument. Warum soll sich der Staatsanwalt dieselben Lügen noch einmal anhören, wenn er keinen ausgeprägten Hang zum Masochismus hat.

    Lustig in dem Zusammenhang ist die konsequente Realitätsverweigerung der FPÖ. Strache ist erst 2005 Parteiführer geworden und hat daher mit Rumpold und der FPÖ nichts zu tun. In einer entsprechenden Aussendung verweist man auf das BZÖ, wo die Bösen und Schuldigen zu finden wären.

    Also gut, Hace. Langsam und ganz von vorne, damit es auch ein grenzdebiler Zahntechniker schnallt. Am Anfang waren Wolfgang Schüssel und Jörg Haider. Der Urknall der neueren Korruptionsära sozusagen. Und zu dieser Zeit hatte der kleine Hace seine Wehrsportübungen schon erfolgreich absolviert. 2001 war er bereits stellvertretender Parteiobmann in Wien. Also ein Jünger des großen Jörg.

    Aber vielleicht darf man das alles nicht so eng sehen. Nach dem berühmten Knittelfeld-Putsch – oder war es ein Punsch – formierten sich die Blauen neu. FPÖ NG. New Generation oder vielleicht doch eher Nazi Gsindl.

  • Der Henker von London

    Ken Livingstone ist Londoner Bürgermeister Kandidat der Labour Partei und nicht wirklich gut auf die Gier der Banker zu sprechen. Er weiß zwar auch kein Allheilmittel aus der Wirtschafts-, Banken- und Zockerkrise, ist wahrscheinlich deshalb relativ frustriert und versucht das Problem relativ radikal zu lösen.

    „Hängt einen Banker pro Woche auf, solange, bis sich die anderen gebessert haben.“ Nein, natürlich ist das keine Lösung, aber ein guter Ansatz. Es bliebe da noch die Frage nach dem „wo“ zu klären. Das „London Eye“ würde sich anbieten. An jeder Gondel ein Nadelstreifmafioso. Als Wuchtungsgewicht für das Riesenrad, sozusagen. Aber vorher gibt es für die Delinquenten noch eine Ayurweda Nackenmassage zur Entspannung. Schließlich sieht es nicht schön aus, wenn sie so verkrampft durch die Gegend hängen.

  • Gratulation

    Das lange, bange Warten hat ein Ende. Russland hat ihn wieder. Obwohl viele Russen gerne auf ihn verzichtet hätten. Put out statt Put in, sozusagen. Putin hat die Präsidentenwahl im ersten Durchgang souverän gewonnen.

    Dass bereits vor der Wahl in diversen Wahlurnen Stimmzettel lagen, wie entsprechende Videos beweisen, ist bedeutungslos. „Es ist egal, wer wie wählt. Wichtig ist, wer zählt“, wusste bereits Stalin. Die Wahl war fair, meinte Wladimir. Und wenn er es sagt, wird es wohl stimmen.

    Hace Strache, seit geraumer Zeit damit beschäftigt eine außenpolitische Schleimspur zu ziehen und akribisch darauf bedacht, ja keinen Diktator dabei auszulassen, hat Putin bereits zu seinem triumphalen Wahlerfolg gratuliert.

    Na gut. Eigentlich könnten uns die Peinlichkeiten des grenzdebilen Zahntechnikers egal sein, wenn er nicht ständig darum bemüht wäre, die Bevölkerung so lange zu verarschen, bis sie ihn in die Regierung wählen.

    Also fassen wir zusammen. In Russland wurde durch Repressalien die Opposition ausgeschaltet oder derart unter Druck gesetzt, dass sie mehr oder weniger handlungsunfähig und bei der Wahl bedeutungslos war. Wahlbetrug durch vorzeitig ausgefüllte Stimmzettel bzw. unter Druck gesetzte Bürger war normal. Und das alles akzeptiert unsere kleine Blaumeise.

    Vielleicht sollten wir daran denken, nächstes Jahr, bei der Nationalratswahl.

  • Großer Beschiss

    Mitzi Fekter macht sich – without von delay – Sorgen um zwei Banken. Die Kommunalkredit und die Hypo-Alpe-Adria brauchen wahrscheinlich wieder Geld. Ersterer würde eine Milliarde Euro helfen. Na ja, wem würde dieser Betrag nicht helfen? Warum diese beiden Geldvernichtungsinstitute wieder Kohle benötigen, hat sie nicht erklärt.

    Andererseits hat Christoph Leitl, das ist der Schwarzmann, dem es gutgeht, wenn`s der Wirtschaft gutgeht – und damit meint er nicht den gastronomischen Betrieb seines Vertrauens -, eine interessante These aufgestellt. Die schlechte Performance der Abfertigungskassen liegt daran, dass sie eine Kapitalgarantie abgeben mussten und Dienstnehmer die Möglichkeit haben, beim Dienstgeberwechsel nach drei Jahren das angesparte Geld abzuziehen. Daher fordert er, eine Bindung des Geldes bis zur Pensionierung der Bezugsberechtigten und die Aufhebung der Kapitalgarantie, damit die Kassen das Geld auch in Aktien anlegen können.

    Da wären gleich ein paar Milliarden für Fekters kränkelnde Banken zu holen. Und wenn die Kapitalgarantie fällt, können sich die Dienstnehmer gleich von ihrem Geld verabschieden. Jetzt wissen wir auch, warum Leitl und die Schwarzmänner die Einführung der „Abfertigung neu“ als großen Wurf bezeichneten.

    Großer Beschiss wäre zutreffender gewesen.

  • Geringwertige Korruption

    Beatrix Karl, Justizministerin und Regierungsblondine, hat sich eine brünette Haarsträhne gegönnt. Na ja, ein bisschen künstliche Intelligenz kann nicht schaden. Das wirkte sich unmittelbar auf den Entwurf für das neue Antikorruptionsgesetz aus. Das Anfüttern von Volks(ver)tretern soll nun doch wieder strafbar sein. Das klingt zwar nach nordkoreanischer Menschenhatz, ist aber bei genauer Betrachtung halb so wild.

    Die Türen der Strafvollzugsanstalten werden für Politiker auch weiterhin verschlossen bleiben – und zwar mit den Staatsparasiten draußen, leider. Die Justizministerin hat, wie könnte es auch anders sein, ein klitzekleines Schlupfloch offen gelassen. Geschenke bis zu einem Wert von 100 Euro sind als geringwertig zu betrachten und dürfen weiterhin angenommen werden. Das war aber knapp!

    Einhundert Euro sind also vernachlässigenswert. Nichts. Ein Trinkgeld, sozusagen. Aha. Ich muss für den Betrag etwa einen Tag arbeiten. Also ganz so ein Lercherlschas ist das wohl nicht. Was ist, wenn der Politiker, wie der Kellner eines stark frequentierten Lokals, zwanzig, dreißig Trinkgelder bekommt? Dann hat er Glück gehabt, oder was?

    Sie wollen uns tatsächlich testen. Wie weit können wir gehen, bis sie uns mit einem nassen Fetzen aus dem Parlament jagen. Weit nicht mehr. So viel sei verraten. Und noch was, Frau Karl. Solange Sie es zulassen, dass Politiker auch nur einen Cent annehmen dürfen, legalisieren Sie Korruption.

  • Demokratische Republik Chiquita

    Die Volksbank – Vau wie Verlust, verstaatlicht, vertrottelte Steuerzahler werden schon bezahlen – wird teilverstaatlicht, weil man sich im Ostgeschäft ein bisschen verzockt hat. Ja, das Glück ist ein Vogerl und hat auf die Volksbank geschissen. Das bedeutet, dass wir uns von dem Geld welches sie einst im Zuge des Bankenhilfspakets bekommen haben und das der blade Pröll als Supergeschäft für den Staat anpries, mental verabschieden sollten. Je schneller, desto besser.

    Nun braucht und bekommt die Volksbank eine weitere knappe Milliarde. Aber, und jetzt kommt die gute Nachricht, das finanzieren die Banken selbst. Solidarisch, sozusagen. Durch eine zeitlich begrenzte erhöhte Bankenabgabe. Das fällt nicht dem Steuerzahler zur Last haben Faymann und Spindelegger treuherzig versprochen.

    Die Bankmanager waren sichtlich froh und erleichtert über diese Neuigkeit. Gott sei Dank, haben sie gesagt, wir haben eh nicht mehr gewusst wohin mit dem Geld. Bei der Gelegenheit werden wir auch die Kontoführungsspesen für unsere lieben Kunden senken. Für wie blöd hält uns der Bundeskasperl und sein Vize eigentlich? Glauben die tatsächlich, dass die Banken das einfach so schlucken? Nein, natürlich glauben sie es nicht. Aber sie hoffen, dass wir es glauben.

    „Das neue Griechenlandpaket belastet die ÖsterreicherInnen nicht. Es wird nur den Ertrag ein wenig schmälern.“ Finanzmitzi hat offensichtlich einen Joint so groß wie ein Ofenrohr geraucht. Wie soll denn das gehen? Hat sie vielleicht ihren Bausparer vorzeitig aufgelöst? Während wir unsere Banken, allen voran die Volksbank alleine wieder aufpäppeln müssen, werden die deutschen und französischen Banken von der gesamten EU gerettet. Denn, wer annimmt, dass Griechenland davon auch nur einen einzigen Cent sieht, glaubt auch noch ans Christkind. Aber uns kann das egal sein, denn uns kostet es ja nichts.

    Nein, wir leben in keiner Bananenrepublik. Gott, wäre das schön, wenn wir doch würden. In einer Bananenrepublik wären längst ein paar Bürger mit geschulterter Kalaschnikow Richtung Parlament marschiert. Und niemand hätte sie aufgehalten. Ganz im Gegenteil!

  • Katholenjunkies

    Klaus Wittauer war einmal Nationalratsabgeordneter und Telekom-Sprecher für das BZÖ. Damals, als noch die Anständigen und Ehrlichen das Sagen in der Regierung hatten. Natürlich stellt sich die Frage, warum die Telekom einen Sprecher im BZÖ braucht. Wäre es nicht günstiger gewesen, dem orangebraunen Pack einfach ein Handy mit ein paar Freiminuten zur Verfügung zu stellen? Sprich mit Bob. Egal, man hat die kostenintensivere Variante gewählt.

    Jedenfalls musste Klaus Wittauer unlängst vor dem U-Ausschuss antanzen, weil er in der Geldverteilungsorgie Richtung BZÖ eine zentrale Rolle spielt. Noch vor Beginn der Einvernahme gab es eine Riesenüberraschung. Ein Journalist wollte von ihm wissen: „Haben Sie von der Telekom Geld bekommen?“ Wittauers antwort: „Ich glaube nicht.“

    Jetzt muss man sich vergegenwärtigen, dass es um Geldflüsse in der Höhe von knapp einer Million Euro geht und Wittauer glaubt. Er weiß es nicht. Nein, so darf man das nicht sehen. Er will uns nicht verarschen, er ist halt gläubig. Das ist sein gutes Recht. Fragt man Schönborn, also nicht den pfarrernden Schauspieler aus „Sister Act“, sondern den schauspielernden Pfarrer aus St. Stephan, ob es Himmel bzw. Hölle gibt, so antwortet dieser: „Natürlich, selbstverständlich oder so ähnlich.“ Nicht ums Verrecken wird er „ich glaube ja“ sagen. Das ist dann die Steigerung. Wittauer glaubt noch, Schönborn ist bereits wissend. Wahrscheinlich hat die regelmäßige Konsumation von Messwein und Weihrauch damit zu tun.

    Die Schwarzen sind ja besonders gläubig. Man könnte fast meinen, das sind Katholenjunkies, die im Flachmann statt des doppelt gebrannten Obstlers Weihwasser mit sich führen. Sie glauben auch an den Himmel inklusive Erlösung, aber wollen das bereits hier und jetzt genießen. Einen kleinen Schritt in diese Richtung versuchte kürzlich Justizministerin Beatrix Karl. Diversion statt strafrechtliche Verfolgung samt Verurteilung bei Korruption. Das wollte sie uns als Verschärfung des Antikorruptionsgesetzes verkaufen. Ja, so blond kann eine Ministerin sein. Ihrem Gesetzesentwurf lag die mathematisch nicht bewiesene These von der geteilten Freude, die ja doppelte Freude sein soll zugrunde. Und so sollte es wahrscheinlich funktionieren:

    Ein Politiker – das war jetzt unrealistisch, denn wahrscheinlich sind es viele Politiker – kassiert eine Million Schmiergeld. Man kommt ihn auf die Schliche, weil er vor laufender aber versteckter Journalistenkamera damit prahlt, ein Lobbyist zu sein. Das klingt zwar unrealistisch, ist es aber nicht, da wir bereits so einen Idioten haben. Was nun folgt, ist die Diversion. Diversion kommt von dividieren. Da wäre die Justiz, die Partei, welche das Justizministerium innehat, der Innenminister und der Delinquent. Also wird die Million durch vier dividiert, das Geld aufgeteilt und schon haben wir zumindest drei Glückliche. Der Vierte freut sich zwar nicht darüber, dass er das Geld teilen musste, ist aber heilfroh nicht in die Wachau übersiedeln zu müssen.

    Und so leben sie alle glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende, das unter Umständen überraschend kommen kann.

  • Das Ende vom Ziel

    Unlängst gab es eine Sondersitzung des Nationalrats zum Sparpaket. Die Sitzung verlief genauso, wie sie selbst der blunzenfette Hausmeister von der Viererstiege vorhersagen hätte können. Die Regierung verteidigte die Maßnahmen, die Opposition verteufelte sie und das war`s dann auch schon.

    Interessant die Wortmeldung von Karlheinz Kopf, der da meinte, dass wir in den letzten Jahren halt über unsere Verhältnisse gelebt hätten und nun die Rechnung bezahlen müssten. Dabei ging er aber nicht näher darauf ein, wen er mit „wir“ meinte. Auch die „Verhältnisse“ ließ er einfach so im Raum stehen. Wahrscheinlich aus dramaturgischen Gründen.

    Werner Faymann schaute verstohlen auf sein Parteibuch, las etwas von sozialdemokratisch, war einigermaßen überrascht, aber zeigte das nicht. Er ist ein Profi. Er meinte, das Sparpaket wäre sozial ausgewogen und „wir sind noch nicht am Ende des Ziels“.

    Nach diesen Ausführungen war es ein bis zwei Minuten ruhig im Plenarsaal. Man merkte, wie die Gehirne langsam anfingen zu arbeiten. Noch nicht am Ende des Ziels? Was konnte Werner damit wohl gemeint haben. Das Ziel ist doch das Ende. Gibt es vielleicht ein Ende nach dem Ziel oder sogar ein Ziel nach dem Ende?

    Wahrscheinlich weiß das nicht einmal der Faymann so ganz genau.

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