Fastenzeit. Das ist so was wie der Ramadan der Katholiken, nur dass am Ende der Sohn einer Jungfrau von den Toten aufersteht. Da kann der Islam natürlich nicht mithalten. Egal.
Abgesehen vom Glaubensfirlefanz ist es sicher nicht schlecht, wenn man sich eine gewisse Zeit im Jahr ein bisschen zurücknimmt. Weg vom Gaspedal. Dabei spielt Enthaltsamkeit eine nicht unwesentliche Rolle. Vierzig Tage auf etwas verzichten, was man eigentlich nicht missen möchte. So hat man Zeit nachzudenken, ob wir tatsächlich alles brauchen, was wir unbedingt wollen.
Es gibt verschiedene Arten, die Fastenzeit zu beginnen. Promis und solche, die es gerne wären, starten mit einem Heringsschmausschlemmerbuffet im Marchfelderhof samt Seitenblicke-Fernsehteam. Das ist zwar eine nette Abwechslung zum restlichen Jahr, hat aber mit Verzicht und Enthaltsamkeit ungefähr soviel zu tun, wie der Zölibat mit der katholischen Kirche. Nichts.
Die Blaumeisen und ihr Führer beginnen die Fastenzeit traditionell mit einer Veranstaltung in Oberösterreich. Nein, nicht in Braunau, sondern in Ried. Was aber keinen allzu großen Unterschied macht. Auch heuer bekam das willige Publikum für 13 Euro eine Portion Heringskäse, ein Krügerl Bier und die Weltanschauung der FPÖ serviert. Was Strache alles absonderte und versprach, was er machen würde, wenn er Bundeskanzler wäre, möchte ich der geneigten Leserschaft ersparen. Auch das ist Verzicht. Wir sind ja in der Fastenzeit. Es waren halt die üblichen Worthülsen, Drohungen und platten Schenkelklopferwitzchen, die einen Alkoholspiegel jenseits der ein Promillegrenze und einen IQ-Wert ähnlich dem des gemeinen Bierglases voraussetzen. Sowohl von der Gastgeber-, als auch von der Gästeseite wurden diese Grundbedingungen erfüllt, sodass die Veranstaltung als gelungen bezeichnet werden darf.
Man könnte beinahe glauben, in der FPÖ beginnt man die Fastenzeit mit dem bewussten Verzicht auf die Benutzung des Gehirns.
