Im Zuge des Korruptionsuntersuchungsausschusses und den zufällig aufgetauchten 200.000 E-Mails scheint die Luft für einige Politiker ziemlich dünn zu werden. Langsam gewinnt man den Eindruck, die Telekom war ein Selbstbedienungsladen für dreiste, skrupellose Politiker.

In dem Zusammenhang hat sich auch Wirtschaftsbund-Chef Christoph Leitl, der auch im VP-Parteivorstand sitzt zu Wort gemeldet und meinte, er verwahre sich gegen Bezeichnungen wie „Bananenrepublik“. Solange Missstände durch demokratische Kontrollmechanismen beseitigt werden könnten, sei ein solcher Ausdruck nicht angebracht.

Aha. Solange der Korruptionsmist beseitigt werden könnte, ist alles in bester Ordnung. Er wird es zwar nicht, aber das ist in dem Fall egal. Er könnte ja, wenn man wollte. Das erinnert mich an die Standardausrede von Suchtkranken. Die sind auch davon überzeugt, dass sie nicht süchtig sind. Denn sie könnten ja aufhören, wenn sie wollten. Überhaupt kein Problem. Nur momentan wollen sie halt nicht.

Solange der Korruptionssumpf nicht restlos trocken gelegt ist und die Verantwortlichen im Gefängnis verrotten ist das eine verdammte Bananenrepublik. Naja, ganz so ist es nicht, denn das wäre eine Beleidigung für jede Bananenrepublik.