Ein Erlass aus dem Jahr 2000 besagt, dass Spitzensportler nicht 100 sondern nur 33 Prozent ihres Einkommens aus Preisgeldern und Werbeeinnahmen zu versteuern haben. Damit kommen sie de facto auf erträgliche 17 Prozent Steuern.
Im Zuge der Budgetkonsolidierung und Geldbeschaffung wird diese Regelung nun in Frage gestellt. Kaum haben sich die ersten Zweifler an der Gerechtigkeit dieser Bevorzugung zu Wort gemeldet, schon wird von den Beschützern des Mittelstandes und der Leistungsträger ein mögliches Horrorszenario gezeichnet. Falls unsere Sportidole und Superhelden fiskalisch ebenso zur Ader gelassen werden wie das gemeine, arbeitsscheue Gesindel – Mittelstand und Leistungsträger stehen ja unter ÖVP- und Naturschutz – werden sie allesamt nach Monaco auswandern.
Um Gottes Willen, die drohende Sinn- und Identitätskrise muss unbedingt mit allen Mitteln verhindert werden! Wenn alle tollen Sportler nach Monte Carlo auswandern, ist der Staat – ja was eigentlich. Egal. Mit wem soll sich der Hausmeister identifizieren, wenn er blunzenfett vor dem Fernseher sitzt, und versucht den Abfahrtslauf noch halbwegs mitzubekommen. Deshalb: Steuerfreiheit für alle Spitzensportler!

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